Workshop Hochzeitsfotografie bei Andrey Balabasov

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Schneegestöber und knurrender Magen

s war der Tag, wo alles still stand in Zürich. Der Tag, an dem der grosse Ã–ffnet externen Link in neuem FensterAndrey Balabasov in die kleine Schweiz kam, um den hiesigen Hochzeitsfotografen und -Fotografinnen zu zeigen, wie man, bzw. er es macht. Ok, Zürich stand nicht wegen Andrey still. Es war der 6. März 10, der Tag an dem sich der Winter abrupt und heftig in Form eines ausgewachsenen Schneesturms zurück meldete.

Eigentlich sollte der Workshop um 11 beginnen, aber etliche der Teilnehmer steckten noch irgendwo auf den gesperrten Autobahnen fest. Nicht so schlimm, Andrey wusste die Zeit gekonnt mit Anekdoten zu überbrücken. Als dann doch 80% der Teilnehmer gegenwärtig waren, liess Andrey los. Ständig erklärend warum er was tat, drapierte er das Brautpaar im Hotelzimmer aufs Bett, liess es dank Ã–ffnet externen Link in neuem Fenster Lowel ID-Light und Ã–ffnet externen Link in neuem FensterReflektor Licht werden, wo zu wenig war, und liess den Spiegel seiner Canon klappern. Wer Lust hatte, durfte das Brautpaar (und Andreys Rücken) knipsen. Zwischen den Erklärungen an die WorkshopteilnehmerInnen kam immer wieder einen träfen Spruch um der Braut auch in der unbequemsten Pose ein Lächeln zu entlocken. Andrey BalabasovAnsonsten waren seine Anweisungen an das Modelpaar, das die frisch Vermählten mimte, sehr sec, ja fast militärisch. Ich denke, dass er wohl zu einem Brautpaar, das ihm Geld geschoben hat und nicht umgekehrt, einen anderen Ton wählt. 

Schlag auf Schlag ging's weiter. Es blieb nur kurz Zeit für einen Kaffee und ein Sandwiches. Die gediegene Lobby des Hotel Opera musste genau so herhalten, wie Andreys eigenes Zimmer. Bewundernswert welche Energie dieser Mann hat. Ständig auf Draht erklärte er Für und Wider einzelner Posen, zeigte welches Licht von wo wie und warum einsetzen und ging auf unsere Fragen ein.

Als dann der Schneesturm kurz nachliess und die Sonne durchkam, setzten wir das Shooting draussen fort. Da kam natürlich der nahe  gelegene Bahnhof Stadelhofen wie gelegen. Die moderne Architektur bot sich geradezu an. Allerdings gönnte sich Frau Holle auch nur eine sehr kurze Verschnaufpause. Kurz nach dem wir draussen waren, schüttelte sie ihre Decken wieder heftig. Dazu ging ein unangenehmer Wind und die Kälte kroch durch die wärmsten Mäntel. Doch bevor wir und vor allem die Braut zu Eiszapfen erstarrt waren, dislozierten wir in eine dunkle Bar mit ganz speziellem Ambiente. Auf dem Set in einer dunklen BarNicht ein Whisky war das Ziel, sondern zu zeigen, wie auch bei sehr schwierigen Lichtbedingungen mit Hilfe des Videolichts spannende und atmosphärische Aufnahmen entstehen können. Darauf ging's weiter ins gegenüberliegende Café. Die kunstvoll bemalten Wände und Decke boten eine ganz spezielle Kulisse.

Fazit:

Balabasov ist Perfektionist. Jede Pose wird bis ins kleinste Detail choreografiert. Was herkömmliche Hochzeitsfotografen im Studio tun, macht er in der "freien Wildbahn". Sein Blick ist ständig suchend nach neuen Kulissen, Hintergründen und Motive. Dabei entstehen durchgestylte Fotos, perfekt augeleuchtet und inszeniert. Edle Hochzeitsfotografie, die aber gar nichts am Hut hat mit Hochzeitsreportage. Jetzt weiss ich auch, warum mir die Brautpaare auf seinen Bildern manchmal etwas steif und oft sehr ernst vorkommen. Da bleiben echte Emotionen auf der Strecke. Diese ganz spezielle Atmosphäre des Hochzeitstages kann mit solchen Bildern nicht transportiert werden.

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